Im Berichtsjahr konnten wir eine Steigerung des Umsatzes um 34,9 % auf 2.878,2 Mio. € und eine wiederum überproportionale Steigerung des Operativen Ergebnisses um 53,0 % auf 806,5 Mio. € erreichen. Das Konzernergebnis wuchs um 43,5 % auf 501,1 Mio. €, dies sehen wir als Grundlage für eine deutliche Steigerung der Dividende. Alle Tochtergesellschaften des Konzerns konnten ihre Ergebnisse zum Teil signifikant verbessern. Das Jahr 2006 war damit nicht nur das beste in der Geschichte des Verbund, sondern brachte auch qualitative Veränderungen mit sich, über die wir im Einzelnen hier berichten wollen. Diese Veränderungen sind die Früchte unserer jahrelangen Restrukturierungsarbeit, deren Mühen sich – wie wir jetzt feststellen können – gelohnt haben. Der Abschluß der Restrukturierung im vorausgegangenen Jahr war die Voraussetzung für die Erfolge, die wir heuer verzeichnet haben.
»Unsere erfolgreiche Internationalisierungsstrategie hat uns zu einem der profitabelsten Energieunternehmen Europas gemacht.«
Für diese Leistungen bedanken wir uns bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und bei allen Führungskräften. Ohne ihre Einsatzbereitschaft, ihre Initiative und ihr verantwortungsbewußtes unternehmerisches Handeln könnten wir heute weder auf die erfreuliche Ergebnisentwicklung noch auf die – nicht nur im österreichischen, sondern insbesondere im europäischen Vergleich – herausragende Wettbewerbsposition des Verbund verweisen. Der Verbund zählt heute zu den profitabelsten Energieunternehmen Europas.
2,5 Mrd. €
investiert der
Verbund bis 2011
Aufgrund der Wachstumsbarrieren im Heimmarkt ist es seit einigen Jahren unsere Strategie, im Ausland zu wachsen. Wir haben in den früheren Geschäftsberichten über die Erfolge unserer Handelsgesellschaft und über unsere Beteiligungen, vornehmlich die in Italien, berichtet. Im Jahr 2006 gelang uns eine Erweiterung unseres Auslandsgeschäfts. Mit den Beteiligungen in Frankreich und Griechenland profitieren wir von der Liberalisierung des europäischen Marktes und der anhaltenden Knappheit von Erzeugungsressourcen. Der Verbund entwickelt sich in Europa zum gefragten Partner für lokale Energiegesellschaften, wenn innovative Erzeugungs- und Versorgungskonzepte mit wirtschaftlichem Hintergrund gefragt sind. Das Risiko dieser Geschäfte ist für den Verbund weitgehend absehbar, weil wir über unsere Handelsgesellschaft jahrelange Erfahrung in diesen Märkten aufgebaut haben und in die Beschaffung und den Vertrieb stets eingebunden sind.
»Die Vervierfachung der Zahl unserer Endkunden in Österreich betrachten wir als Bestätigung unserer Strategie, wirtschaftlich effizient sauberen Strom zu erzeugen und zu verkaufen.«
In gleichem Maße freuen wir uns über die Erfolge, die wir im harten Wettbewerb mit anderen österreichischen Versorgungsgesellschaften und ausländischen Energiekonzernen in unserem Heimmarkt Österreich erringen. Besonders wollen wir in diesem Zusammenhang die Steigerung unseres Absatzes bei heimischen Industrieunternehmen hervorheben, denen wir als einziger österreichischer Anbieter für alle Standorte in Europa ein umfassendes Konzern-Package anbieten können. Zudem gelang es, unsere Position am österreichischen Endkundenmarkt wesentlich zu verbessern. Die Vervierfachung unserer Kundenzahl betrachten wir als Bestätigung unserer Strategie, wirtschaftlich effizient sauberen Strom zu erzeugen und zu verkaufen.
+ 34,2 %
Börsekapitalisierung gestiegen
Natürlich hat die Entwicklung der Energiepreise, die sich wieder auf das Niveau der Zeit vor der Liberalisierung eingependelt haben, zur guten Ertragslage beigetragen. Es darf jedoch nicht vergessen werden, daß das Niveau entscheidend von den Öl- und Gasmärkten getrieben war, während vor zehn Jahren andere Preise für Primärenenergie Markt und Margen bestimmten. Deshalb ist es wichtig, festzustellen, daß die derzeitigen Erfolge und die Wettbewerbssituation des Verbund keine »windfall-profits« sind, sondern das Ergebnis der jahrelangen und harten Restrukturierungsarbeit. Sie hat uns erst zu jener Effizienz und Flexibilität befähigt, die uns am westeuropäischen Markt und in den Reformstaaten wettbewerbsfähig macht.
»Der Verbund ist für die Zukunft gut gerüstet. Wir rechnen auch 2007 mit Steigerungen der wesentlichen Kennzahlen, auch wenn die Herausforderungen gewaltig sein werden.«
Das beherrschende Thema des Jahres war in unserer Branche die neuerliche Welle von geplanten M&A-Aktivitäten und Fusionen unter den großen europäischen Playern. Gas Natural will Endesa übernehmen, danach greift E.ON nach Endesa. GDF und Suez wollen als Antwort auf einen Übernahmeversuch durch die italienische ENEL fusionieren, und schließlich legt Iberdrola ein Übernahmeangebot für Scottish Power. Daneben gibt es immer wieder Übernahmegerüchte um den zweitgrößten deutschen Versorger RWE. Dahinter steht der Druck, durch Größenvorteile zu wachsen und zusätzliche Verhandlungsmacht gegenüber den mächtigen Primärenergielieferanten Europas zu gewinnen.
Auch in Österreich wäre eine Konsolidierung der kleinteiligen Energiewirtschaft vorteilhaft. Kostenvorteile und gebündelte Wachstumschancen würden die Stellung der heimischen Stromwirtschaft in einem großen Europa langfristig und nachhaltig absichern.
> 66 %
der Stromerlöse
im Ausland erzielt
Der Verbund ist für die Zukunft gut positioniert. Im kommenden Jahr erwarten wir erneut deutliche Steigerungen der Kennzahlen, die Herausforderungen bleiben aber gewaltig: Absicherung der Primärenergieversorgung, Ausbau der Erzeugung, Stärkung der Netzkapazitäten und nicht zuletzt eine stärkere Beteiligung am europäischen Marktgeschehen über Handel und Beteiligungen sowie eine noch stärkere Verankerung im österreichischen Endverbrauchergeschäft sind die Aufgaben, für die wir den Verbund-Konzern vorbereitet haben. Wir sind zuversichtlich, daß der Verbund seine Stärken auch in Zukunft in Erfolge umwandeln kann.

| Dipl.-Ing. Hans Haider | Dr. Michael Pistauer | Dr. Johann Sereinig |

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