Im Jahr 2006 wirkten folgende Einflußfaktoren auf die Erfolgsrechnung des Verbund:
- Stark gestiegene realisierte Vertragspreise
- Wasserführung unter langjährigem Durchschnitt
- Bilanzielle Sondereffekte
- Ausgliederung des Segments Ökostrom
Stark gestiegene realisierte Vertragspreise
Der weitere Ausbau der Handels- und insbesondere der Vertriebsaktivitäten in den relevanten internationalen Märkten ermöglichte eine maximale Chancenausnützung sowohl auf der Beschaffungs- als auch auf der Absatzseite. Der erneut stark positive Preistrend im Jahr 2006 auf den Großhandelsplätzen konnte somit optimal genutzt werden.
Der Durchschnittspreis für das Base Front Year 2006 betrug im Handelsjahr 2005 41,2 €/MWh und war damit um 23,0 % höher als der Durchschnittspreis des Base Front Years im Vorjahr (33,5 €/MWh). Der Durchschnittspreis für das Peak Front Year 2006 betrug im Handelsjahr 2005 56,3 €/MWh und war damit um 14,7 % höher als im Vorjahr (49,1 €/MWh).
Die Preise für Day-ahead-Lieferungen 2006 an der EEX lagen mit durchschnittlich 50,8 €/MWh für Base load um 10,4 % über dem Vergleichswert des Vorjahres. Für Peak load betrug diese Steigerung sogar 16,2 % auf 73,3 €/MWh. Nach einem starken Quartal 1/2006 und – bedingt durch den Preisverfall bei den CO2-Zertifikaten – relativ niedrigen Preisen im Quartal 2/2006 stabilisierten sich die Preise im Quartal 3/2006 auf hohem Niveau. Zum Jahresende kam es unter anderem bedingt durch den Preisverfall bei Öl sowie ungewöhnlich milde Temperaturen zu deutlichen Preisrückgängen.
Wasserführung unter langjährigem Durchschnitt
Ein weiterer wesentlicher Einflußfaktor auf das Ergebnis ist die für die Wasserkrafterzeugung maßgebliche durchschnittliche Wasserführung der Flüsse, die mit dem Erzeugungskoeffizienten gemessen wird. Im Jahr 2006 lag der Erzeugungskoeffizient mit 0,96 um vier Prozentpunkte unter dem langjährigen Durchschnitt der letzten 30 Jahre und damit um zwei Prozentpunkte unter dem Wert von 2005.
Zu Beginn des Jahres lagen die Niederschläge regional deutlich unter den Normalwerten. Im äußersten Westen und teilweise auch im Süden Österreichs fielen um ein Fünftel weniger Niederschläge als in Normaljahren. Vom Pongau bis zum Nordburgenland fielen hingegen mehr als 120 % der normalen Niederschlagsmengen. Das darüber hinaus weitgehende Fehlen von Tauwetterperioden im Quartal 1/2006 führte zu sehr niedrigen Erzeugungskoeffizienten im Jänner und Februar. Im April und teilweise im Mai erreichten die Niederschlagsmengen überdurchschnittliche Werte. Zusammen mit der Schneeschmelze führte dies in diesen Monaten zu sehr hohen Erzeugungskoeffizienten. Im Quartal 3/2006 blieben die Niederschläge im Juli und September deutlich unter dem Durchschnitt, während im August vor allem in Ostösterreich hohe Werte verzeichnet wurden. Im Quartal 4/2006 lag der Erzeugungskoeffizient deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt, wobei der Dezember um 23 Prozentpunkte unter dem langjährigen Durchschnitt lag.
Belastung durch bilanzielle Sondereffekte
Die Ergebnisentwicklung des Verbund war geringer als im Vorjahr von bilanziellen Sondereffekten geprägt, die in Summe negative Auswirkungen auf das Operative Ergebnis im Ausmaß von 23,6 Mio. € hatten.
Die Erhöhung der Kostensteigerungsfaktoren für die Krankenzusatzversicherung wirkte mit 16,8 Mio. € belastend auf das Operative Ergebnis. Daneben belasteten Vorsorgen für Altersteilzeitprogramme sowie die Anpassung der Gehälter den Aufwand für Altersversorgung in geringem Ausmaß.
Die Neuberechnung der in der VERBUND-Austrian Thermal Power Gmbh & CoKG (ATP) bestehenden Drohverlustrückstellung und der Restrukturierungsvorsorge führte dagegen zu einem positiven Ergebnisbeitrag in Höhe von 19,8 Mio. €.
Im sonstigen betrieblichen Aufwand wurde für Baggerungsarbeiten im Kraftwerksbereich Rossegg vorgesorgt.
Ausgliederung des Segments Ökostrom
Seit 01. 10. 2006 wird die – ergebnisneutrale – Abwicklung der Förderung des Ökostroms aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht mehr von der VERBUND-Austrian Power Grid AG, sondern von der für diesen Zweck gegründeten OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG durchgeführt. Das bisherige Segment Ökostrom wird daher in diesem Abschluß gemäß IFRS 5 (zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche) als nicht fortgeführte Aktivität ausgewiesen. Die Ausgliederung verbessert die EBIT-Marge, da Umsatzerlöse und Strombezugsaufwendungen in nahezu gleichem Ausmaß sinken.

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