Verlauf: 

Strom

BEWERTUNGSMETHODE

Im vorliegenden Quartalsabschluß stellt der Verbund den Handel mit Energiederivaten saldiert dar. Wir folgen mit der Anwendung dieser Nettowertmethode dem seit Einführung des IAS 39 branchenüblichen Ausweis.

Beim Handel mit Energiederivaten werden zwecks Arbitrierung und Positionsauf- bzw. -abbau in rascher Abfolge Strommengen gehandelt. Im Falle kurzfristiger Gewinnorientierung wird das Geschäft – in der Regel Standardterminkontrakte – beim Abschluß dem Portfolio Energiederivatehandel zugeordnet. Nach IAS 39 weisen diese Geschäfte, wie Optionen und finanzielle Terminkontrakte, Derivatcharakter auf und die damit verbundenen Stromerlöse und -bezüge werden daher aussaldiert. Ebenso werden die verrechneten Mengen daher nicht mehr unter Aufbringung/Verwendung dargestellt, sondern getrennt unter Fremdstromhandelssaldierung ausgewiesen.

SIGNIFIKANTE ERLÖSSTEIGERUNGEN

Im Quartal 1-2/2005 konnten signifikante Erlössteigerungen durch die aktive Nutzung der anhaltend hohen Preise erzielt werden. Die marktgetriebene Optimierung der Erzeugungskapazitäten und die flexiblen marktpreisindizierten Lieferverträge leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Ergebnisverbesserung. Die kurzfristig vermarktbaren Mengen konnten im Quartal 1-2/2005 ebenfalls über dem Preisniveau des Vorjahres verkauft werden, wobei allerdings die geringe Wasserführung im Juni Juni diese Möglichkeiten etwas einschränkten. Die durchschnittlichen Day-ahead Preise für Baseload- und Peakload-Energie an der European Electricity Exchange (EEX) lagen um 57 % bzw. 49 % über den Werten des Vorjahres. Mit der Entwicklung am Spotmarkt wurden auch die langfristigen Forwardpreise in ihrer positiven Entwicklung bestätigt. Die Strompreise für Baseload-Jahreskontrakte stiegen für 2005 im Vergleich zu 2004 um 19 %, für Peakload-Jahreskontrakte um 12 %.

Die Konzernstromerlöse betrugen im Quartal 1-2/2005 1.018,5 Mio. € (inklusive Ökostromerlöse) und liegen deutlich über den Vorjahreswerten (869,5 Mio. €).

ERHÖHTE STROMABGABE

Die Stromabgabe konnte im Quartal 1-2/2005 um insgesamt 5,7 % gesteigert werden. Dies ist vor allem auf vermehrte Vertriebsaktivitäten in den Strommärkten Deutschland und Frankreich zurückzuführen. Der Mengenanteil des Geschäftes auf Auslandsmärkten betrug ohne Berücksichtigung des Eigenbedarfs 50,7 %.

Das Endkundengeschäft zeigt durch die erhöhte Konzentration auf das Handelsgeschäft und den durch die kartellrechtlichen Auflagen für die Umsetzung der Österreichischen Stromlösung erzwungenen Rückzug aus dem heimischen Endkundenmarkt 2004 einen Rückgang um 47,5 %. Erstmals ist Verbund seit Beginn des Jahres allerdings am griechischen Markt aktiv, wodurch der Rückgang im Endkundensegment teilweise kompensiert werden konnte.

Das Geschäft mit Weiterverteilern konnte trotz geringerer Geschäftsaktivitäten mit österreichischen Landesgesellschaften durch verstärkte Aktivitäten mit deutschen Stadtwerken um 5 % ausgebaut werden.
Das im Umsatz erstmals saldiert dargestellte Handelsgeschäft mit Standard-Forwardkontrakten stieg um 65,1 %.

ERZEUGUNG LEICHT RÜCKLÄUFIG

Die Gesamterzeugung des Konzerns lag mit 14.657 GWh um 4,1 % unter dem Vorjahresniveau, wobei der Anteil der hydraulischen Erzeugung um 1,7 % zurückging, jener aus thermischer Erzeugung um 16,8 %. Der Rückgang der Wasserkrafterzeugung wurde vor allem durch geringere Wasserführung in den Flüssen (der Erzeugungskoeffizient sank von 1,01 auf 0,99) verursacht. Durch höhere Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke konnte die Mindererzeugung allerdings wesentlich eingegrenzt werden. Der Rückgang der Wärmekrafterzeugung ist vor allem durch die Außerbetriebnahme des Kraftwerkes St. Andrä verursacht.

Aufgrund der gestiegenen Großhandels- und Salesaktivitäten erhöhte sich auch der Fremdstrombezug um 20,9 % und betrug somit 38,7 % der gesamten Konzernaufbringung. Wesentlichen Einfluß hat dabei aber auch eine stärkere Entkopplung der Salesaktivitäten von der Vermarktung der Eigenerzeugung.

Der starke Anstieg von Ökoenergieanlagen in Österreich kommt durch die Steigerung des Ökostrombezuges durch die Ökobilanzgruppe der VERBUND-Austrian Power Grid AG (APG) im Ausmaß von 12,6 % zum Ausdruck.

AUFBRINGUNG           GWh
             
    Q1-2/2004   Q1-2/2005   Änderung
Wasserkraft   12.838   12.617   -1,7 %
Wärmekraft   2.453   2.040   -16,8 %
Eigenerzeugung   15.291   14.657   -4,1 %
             
Ökostrom   2.133   2.401   12,6 %
Fremdbezug   8.896   10.759   20,9 %
Konzernaufbringung   26.320   27.818   5,7 %
             
Fremdstromhandelssaldierung   14.880   24.567   65,1 %
ABSATZ           GWh
             
    Q1-2/2004   Q1-2/2005   Änderung
Händler   7.841   9.707   23,8 %
Weiterverteiler   12.181   12.809   5,2 %
Endkunden   3.378   1.772   -47,5 %
Ökostrom   2.218   2.564   15,6 %
Eigenbedarf   702   966   37,6 %
Konzernverwendung   26.320   27.818   5,7 %
             
Fremdstromhandelssaldierung   14.880   24.567   65,1 %